Von der intensiven zur klimafreundlichen Landwirtschaft

Die Landwirtschaft im Jahr 2050 hat einen erfreulichen Wandel hinter sich. Durch die Abkehr von der intensiven Nutztierhaltung der 2020er hin zu einer nachhaltigen und fossilfreien Landwirtschaft ist es gelungen, den Ausstoss von Treibhausgasen entscheidend zu verringern.
Einer, der diesen Wandel hautnah miterlebt hat, ist Stefan Wenger. Als der Emmentaler mit 25 Jahren den Hof seines Vaters übernahm, befand sich die Nutztierhaltung schweizweit im Umbruch. Heute im Jahr 2050 führt der mittlerweile 40-Jährige einen florierenden Gemüsebaubetrieb, der wie viele andere auch von der Klimawende profitieren konnte. Hören Sie selbst:
Play Video

So wurde unsere Landwirtschaft bis 2050 klimaverträglich:

Neue Vermarktungswege

Heute im Jahr 2050 setzen die meisten Betriebe in der Schweiz auf Direktverkauf wie Gemüseabos, Hofläden oder genossenschaftliche Online-Shops. Die Bauern erhalten so nicht nur einen fairen Preis für ihre klimafreundlichen Produkte. Auf den Feldern fällt auch kaum noch Foodwaste an. Der Grund: Die teils irrsinnigen Normen der Grosshändler für die Form und Grösse von Gemüse fallen weg.

Kleinere Tierbestände

Im Jahr 2050 ist es selbstverständlich, nur noch so viele Tiere zu halten, wie eine inländische, graslandbasierte Fütterung zulässt. Dadurch hat sich die Zahl der Nutztiere gegenüber 2021 um zwei Drittel verringert. Diese schrittweise Reduktion war nötig, um die Treibhausgase aus der Gülle (Lachgas) und der Verdauung von Wiederkäuern (Methan) genügend zu reduzieren. Bäuerinnen und Bauern, die aus der intensiven Tierhaltung aussteigen wollten, konnten auf eine breite Unterstützung in Form von Beratungs- und Bildungsangeboten zählen.

Ein florierender Gemüsemarkt

Die Klimawende in der Landwirtschaft ging Hand in Hand mit einer Umstellung unserer Ernährungsgewohnheiten. Heute im Jahr 2050 ist es ganz normal, sich regional und vorwiegend pflanzlich zu ernähren. Viele Bauern und Bäuerinnen nutzten die Chance und sattelten um: Sie produzieren jetzt Bio-Gemüse, pflanzliche Spezialitäten und vielfältige Alternativen zu Tierprodukten – für gutes Geld.

Nachhaltiger Humusaufbau

Statt synthetischen Dünger zu verwenden, setzen die Landwirte heutzutage auf eine Steigerung des Humusgehalts in den Böden. Und zwar mit ökologischen Methoden wie Kleewiesen, organischem Dünger oder Mischkulturen. Humusreiche Böden binden viel CO2 und senken so auf natürliche Weise den CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Zudem sind sie fruchtbarer und resistenter gegen Trockenheit, weil sie Wasser besser speichern können – ein entscheidender Vorteil während Dürreperioden.

Die Vorteile einer klimaverträglichen
Landwirtschaft:

Mehr Schweiz

Dank geringeren Nutztierbeständen sind heute im Jahr 2050 keine Futtermittel-Importe mehr nötig. Das Tierfutter kann auf Schweizer Weideflächen produziert werden. Solche inländischen Kreisläufe schonen nicht nur das Klima, sondern machen uns auch unabhängiger vom Ausland – ein grosses Plus für die Ernährungssicherheit.

Mehr Tierwohl und Gesundheit

Nutztiere gehören auch 2050 zur Landwirtschaft. Aber dank kleineren Beständen sind sie heute wesentlich gesünder und benötigen weniger Antibiotika als noch in Zeiten der intensiven Landwirtschaft wie vor 30 Jahren. Dadurch bilden sich auch weniger Antibiotika-resistente Keime.

Mehr Wertschätzung

Die Zeiten sind zum Glück vorbei, in denen der Bauernstand als Umweltverschmutzer gebrandmarkt wurde. Heute im Jahr 2050 erhalten unsere Bauern von allen Seiten – auch von den Städterinnen und Städtern – die Wertschätzung, die sie für ihre wichtige Arbeit verdient haben: für die klimaverträgliche Versorgung mit Nahrungsmitteln und die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen.

Verpassen Sie nicht, was die Zukunft noch alles bringt.

Bis unsere Landwirtschaft tatsächlich klimaverträglich ist, dauert es noch. Bleiben Sie in der Zwischenzeit mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.